Brustkrebs: Übergewicht und Alkohol sind Schlüsselfaktoren

Die Wahrscheinlichkeit für eine Frau, einmal im Leben an Brustkrebs zu erkranken, steigt deutlich. War vor 25 Jahren noch eine von elf Frauen betroffen, ist es heute eine von acht, sagte Günther Steger von der Universitätsklinik für Innere Medizin I an der MedUni Wien bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Als Schlüsselfaktor für die Entstehung von Karzinomen nannte die Wiener Brustkrebsspezialistin Teresa Wagner (Kaiser Franz Josef Spital) Übergewicht und Alkohol. "Je mehr Fettzellen man hat, umso höher das Risiko zu erkranken", betonte sie. 

 

Epidemiologische Studien belegen diese Zusammenhänge: Japanerinnen zählen zu den ältesten Menschen weltweit und haben im Vergleich zu Amerikanerinnen oder durchschnittlichen Mitteleuropäerinnen ein viel geringeres Gewicht - "und sie trinken keinen Alkohol", sagte Wagner. "Übergewicht ist ein Schlüsselfaktor." Das ergibt sich aus der Biologie heraus. Viele Fettzellen sorgen für mehr weibliche Hormone. Daneben spielen auch zahlreiche nicht beeinflussbaren Faktoren wie z.B. früher Einsatz der Regelblutung und späte Menopause, Kinderlosigkeit oder eine späte Erstgeburt und genetische Anlagen eine Rolle. "Das habe ich nicht immer selber in der Hand. Gewicht und Alkoholkonsum kann ich aber steuern." 

 

Früherkennung rettet Leben

 

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung von Frauen in Österreich (mit einem Anteil von 28 Prozent). 15 Prozent aller Todesfälle zwischen dem 35. und 64. Lebensjahr entfallen auf Brustkrebs. Das Risiko daran zu erkranken, steigt mit dem Alter an, 80 Prozent der Fälle treten nach dem 50. Lebensjahr auf.

 

In Österreich wird eine Mammografie derzeit nur bei Verdacht auf einen Tumor durchgeführt oder wenn die Frau das selbst möchte oder der Arzt ihr dazu rät. Ein Pilotprojekt zur flächendeckenden Früherkennung von Brustkrebs läuft seit dem Jahr 2007 in Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Wien und dem Burgenland. Die Ergebnisse daraus sind erfreulich, betonte Thomas Helbich, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Senologie (ÖGS). Frauen wurden dafür standardisiert zur Mammografie eingeladen. Die Teilnehmerrate hat sich dadurch um 19 Prozent erhöht, bei Migrantinnen stieg diese sogar um 35 Prozent. "22 Prozent der Teilnehmerinnen in Wien waren vorher noch nie bei einer Mammografie", sagte Helbich. Im Zuge dieses Pilotprojektes wurden laut dem Mediziner doppelt so viele Karzinome entdeckt.



Brustkrebs-Kosten hindern Start

 

Der Startschuss für das seit langem diskutierte und sehr teure Brustkrebs-Screening-Programm in Österreich lässt immer noch auf sich warten. Die Kosten sind "noch nicht vollständig bekannt", sagte Karin Eger, Projektleiterin des "Nationalen Brustkrebs Früherkennungsprogramms" bei der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK). Bis November sollen diese auf dem Tisch liegen.

Das flächendeckende Screening sieht vor, Frauen zwischen 45 und 69 Jahren voraussichtlich alle zwei Jahre schriftlich zur Untersuchung einzuladen. Mit diesem Schreiben kann eine Mammografie in Anspruch genommen werden, eine Überweisung vom Arzt ist dafür dann nicht mehr notwendig. Ein wesentliches Element in dem Projekt ist die Doppel-Befundung: Zwei Radiologen begutachten die Aufnahmen unabhängig voneinander (Vier-Augen-Prinzip). Mit einem tatsächlichen Start ist frühestens im 1. Quartal 2013 zu rechnen.



Quelle: Kleine Zeitung

 

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