Warum "versteckte" Fette im Körper Krebs fördern

Man könnte viele Krebserkrankungen verhindern, "wenn das Übergewicht in der Bevölkerung vermieden wäre", so Prof. Rudolf Kaaks vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).

 

"Nach dem Rauchen ist Übergewicht wahrscheinlich der wichtigste Risikofaktor." 10 Prozent des gesamten Krebsrisikos gingen bei Männern und bis zu 20 Prozent bei Frauen auf das Übergewicht zurück, hieß es 2002 in einer Studie der Harvard-Universität. In der Hälfte der Fälle von Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) gelte Übergewicht als Ursache, schildert Kaaks. Beim häufigen Brustkrebs nach den Wechseljahren gehen 20 Prozent auf das Konto von Übergewicht und Fettleibigkeit.


Die Lage des Fetts, nicht die Menge entscheidet

 

Es spricht vieles dafür, dass vor allem das 'viszerale Fett' zwischen den Bauchorganen eine gefährliche Rolle bei der Krebsentstehung spielt", so Kaaks. "Davon können auch relativ schlanke Personen zu viel angesammelt und dadurch ein erhöhtes Krebsrisiko haben." Der "Body Mass Index" sei damit kein eindeutiger Indikator. "Dieses innere Fett lässt sich direkt mit gesundheitsschädlichen Faktoren im Blut in Verbindung bringen", schildert Prof. Cornelia Ulrich vom "Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen".


"Veränderte Insulin- und Geschlechtshormon-Spiegel werden lange schon als Ursache diskutiert", sagt Prof. Stephan Herzig vom DKFZ. "Inzwischen wissen wir, dass auch die Adipokine - Hormone, die das Fettgewebe selbst ausschüttet - das Krebswachstum fördern." Außerdem gilt unter Stoffwechsel-Fachleuten die Fettleibigkeit als chronisch-entzündlicher Zustand; die zahlreichen Entzündungszellen im Fettgewebe geben entzündungsfördernde Botenstoffe ab, was die Krebsentstehung begünstigt.


Zu den Faktoren, die eine Entwicklung bösartiger Tumore begünstigen könnten, zählen laut des Ernährungsmediziners Hans Hauner bei Übergewichtigen hohe Werte des Hormons Insulin. Zu viel Fett führe dazu, dass das Insulin nicht mehr aufgenommen werden kann. Die Bauchspeicheldrüse produziert dann noch mehr Insulin. Das Hormon senkt den Blutzuckerspiegel. "Der Insulinspiegel steigt und wirkt möglicherweise als Wachstumsfaktor für die Krebszellen." Einer anderen Hypothese zufolge spielt bei Brustkrebs ein bei Übergewicht erhöhter Spiegel des weiblichen Sexualhormons Östrogen eine Rolle. Im Fettgewebe werde Östrogen gebildet, das auch das Wachstum von Krebszellen fördere.


"Beleibte Menschen können ihr Krebsrisiko durch Sport auch dann senken, wenn sie dabei gar nicht deutlich abnehmen", rät Prof. Karen Steindorf. " Übergewicht und mangelnde körperliche Aktivität sind bei zahlreichen Krebsarten wie Darmkrebs oder Brustkrebs nach den Wechseljahren weitgehend voneinander unabhängige Risikofaktoren. Körperliche Aktivität schützt nicht nur vor Krebs, indem sie Menschen abnehmen lässt, sondern auch über andere physiologische Mechanismen, die noch untersucht werden."

 

Quelle: 3sat

 

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