Was tierische Proteine verursachen

Wie kommst du eigentlich mit deinem gesundheitsbedenklichen Eiweiß Überschuss klar?

 

Vegetarier müssen sich bei der überaus vielfältigen Auswahl gesunder pflanzlicher Lebensmittel sicher nicht den Kopf über ihre Eiweiß Versorgung zerbrechen. Nicht-Vegetarier dagegen sollten sich sehr wohl den Kopf darüber zerbrechen, wie sie ihren Körper vor den Folgen ihres täglichen Eiweiß Überschusses schützen können.

 

Wir brauchen kein Protein, sondern Aminosäuren

 

Proteine (Eiweiße) sind natürlich keineswegs unwichtig. 10.000 verschiedene Proteine bilden in unserem Körper Muskeln, Knochen, Haut, Haare und viele andere Gewebe und Organe. Gerade deshalb ist es ausschlaggebend, sich für Proteine bester Qualität, in adäquaten Mengen und in bester Begleitung (mit Vitalstoffen etc.) zu entscheiden.

 

Proteine – ob pflanzlicher oder tierischer Herkunft – werden im Körper immer erst zu Aminosäuren zerlegt. Aus diesen Aminosäuren baut der Organismus menschliches Eiweiß auf. Wir benötigen also lediglich alle für uns essentiellen Aminosäuren (die sowohl in pflanzlichem als auch in tierischem Eiweiß zu finden sind), sind aber nicht darauf angewiesen, solche Proteine zu essen, die unseren Proteinen möglichst ähnlich sind.

 

Selbst wenn wir Menschenfleisch äßen, würde dieses von unserem Körper erst in seine einzelnen Aminosäuren zerlegt und dann wieder zu neuem Menschenfleisch, nämlich unserem eigenen, zusammengebaut werden.

 

Nur ein Gerücht...

 

Wie entstand aber dann das Gerücht, tierisches Protein sei für die menschliche Ernährung viel hochwertiger und auch viel besser verwertbar als pflanzliches Protein? Wir müssen jetzt leider ein wenig Haare spalten. Einfach deshalb, weil es bei diesem Thema um nichts anderes geht als um Begriffsdefinitionen, die dem Großteil der Bevölkerung unbekannt sind und daher gewisse Begriffe vollkommen missverstanden werden.

 

Um den Satz „Tierisches Protein ist hochwertiger und viel besser verwertbar als pflanzliches Protein" so zu verstehen, wie er wirklich gemeint ist, müssten wir erst einmal wissen, wie die Wissenschaftler, die diesen Satz in grauer Vorzeit zum Besten gaben, erstenshochwertig" und zweitens „Verwertbarkeit von Proteinen" definierten.

 

Kannibalismus – die ideale Ernährungsweise?

 

Ein Protein sei um so „hochwertiger", je weniger wir davon brauchen, um unseren eigenen Proteinbedarf zu decken. Und je hochwertiger das Protein sei, umso besser verwertbarer sei es auch – zumindest nach Meinung der meisten Ernährungswissenschaftler. Tierisches Protein wird also nur deshalb im Vergleich zu pflanzlichem Protein als besser verwertbar bezeichnet, weil seine Aminosäurezusammensetzung der unsrigen mehr ähnelt als der Aminosäurezusammensetzung von pflanzlichen Proteinen. Das ist aber keine besondere Erkenntnis, schließlich sind wir Säugetiere und keine Pflanzen.

 

Wäre es aber in der Natur so geregelt, dass alle Tiere nur solche Nahrung essen dürften, die ihrer eigenen Aminosäurezusammensetzung möglichst ähnlich ist, dann dürfte es kein einziges pflanzenfressendes Tier geben. Pferde, Elefanten, Rehe, Kaninchen, etc. würden sich folglich alle nicht optimal ernähren. Kannibalismus müsste – unter diesem Blickwinkel betrachtet – die ideale Ernährungsweise darstellen.

 

Es geht nicht unbedingt um Eiweiß, sondern darum:

 

Bei der idealen und jeweils artgerechten Ernährungsweise geht es jedoch nicht darum, mit möglichst wenig Material möglichst viele essentielle Aminosäuren aufzunehmen. Es geht darum, den jeweiligen Körper mit allem zu versorgen, was er braucht und gleichzeitig vor allem zu verschonen, was er nicht braucht und was ihn belasten könnte.

 

Eiweißüberschuss ist weit verbreitet

 

Natürlich könnten wir mit Hilfe von Fleisch unseren Eiweißbedarf mengenmäßig(!) schnell decken. Das Problem dabei ist, dass wir ihn tatsächlich sehr schnell decken. Und zwar so schnell, dass wir offenbar gar nicht merken, wann er gedeckt ist. Sonst würden all die vielen Menschen – nachdem ihr Eiweißbedarf gedeckt ist – doch nicht immer noch mehr und noch mehr des „hochwertigen" tierischen Eiweißes in sich hinein stopfen – in Form von Fleisch, aber auch in Form von Fisch, Milchprodukten und Eiern. Es herrscht also ein weit verbreiteter Eiweißüberschuss.

 

Qualität ist wichtiger als Quantität

 

Mengenmäßig haben wir offenbar kein Problem, unseren Eiweißbedarf zu decken. Aber wie sieht es denn mit der Qualität des tierischen Eiweißes aus? Tierische Produkte werden so gut wie nie frisch im Sinne von roh und unerhitzt verzehrt. Die Verwertbarkeit von Aminosäuren hänge im Wesentlichen jedoch von der Naturbelassenheit der Nahrung ab und sinke – laut dem deutschen Bakteriologe und Ernährungswissenschaftler Prof. Werner Kollath (1892 – 1970) – durch Erhitzung um 40 – 60 Prozent.

 

Eiweißreiche pflanzliche Lebensmittel hingegen, wie z. B.

 

  • Walnüsse,
  • Kürbiskerne,
  • frische Erbsen,
  • Quinoa,
  • Amaranth,


Kichererbsen Sprossen und grüne Blattgemüse können sehr gut roh und unerhitzt verzehrt werden und liefert daher Proteine in unschlagbarer Qualität. Und nicht nur das: Diese Lebensmittel liefern nicht nur Proteine, sondern auch Vitalstoffe, Mineralstoffe, Ballaststoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe.

 

Fleisch hingegen ist äußerst arm an all diesen lebenswichtigen Begleitstoffen, dafür reich an Schwermetallen, Medikamentenrückständen, ungünstigen Fetten, Cholesterin – und an überflüssigem Eiweiß. Bei der Auswahl Ihrer Lebensmittel sollten Sie also nicht unbedingt nur auf den Eiweißgehalt achten, sondern darauf, ob das, was zusammen mit dem Eiweiß „geliefert" wird, nützt oder eher schadet.

 

Tierisches Protein macht groß und schwer, aber nicht unbedingt gesund

 

Wenn im Zusammenhang mit tierischen Proteinen die Rede von „hochwertig" ist, dann ist damit folglich keineswegs „wertvoll", „vollwertig" oder gar „gesund" gemeint. Im Jahre 1914 fütterten Wissenschaftler eine Rattengruppe mit tierischem Eiweiß, eine zweite Gruppe mit pflanzlichem Eiweiß. Was beobachteten Sie?

 

Die Ratten, die tierische Proteine erhielten, wurden deutlich größer und schwerer als die Vegetarier-Abteilung. Was schlossen die Forscher daraus? Natürlich! Tierisches Eiweiß muss hochwertiger sein als pflanzliches. Und das glaubt die Mehrheit der Menschen daher heute immer noch. Knapp dreißig Jahre später aber machte Professor McCay von der Berkeley Universität in Kalifornien denselben Versuch, untersuchte dann klugerweise aber auch gleich den Gesundheitszustand der Ratten. Was stellte er fest?

 

Die leichteren Veggie-Ratten waren wesentlich gesünder und lebten etwa doppelt so lange wie die schwerfällige Schnitzel-Fraktion. Letztere hatte mit allerhand gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, litt dabei nicht nur unter körperlichen Unzulänglichkeiten, sondern auch unter Verhaltensstörungen und der Neigung zu Kannibalismus. Beim Nachwuchs kam es vermehrt zu Fehlbildungen und Totgeburten.

 

Die Folgen von proteinreicher Ernährung

 

Auch beim Menschen führt eine eiweißreiche Ernährung zu unangenehmen Erscheinungen. Überflüssiges Protein wird von der Leber abgebaut und als Harnsäure über die Nieren ausgeschieden. Bei Überlastung der Nieren wird diese Harnsäure in Form von Kristallen in den Gelenken abgelagert. Neben Nierensteinen und einer verminderten Nierenfunktion kann es jetzt zur schmerzhaften Gicht kommen.

 

Harnsäure wirkt außerdem wie ein Diuretikum, schwemmt also Wasser aus dem Körper hinaus und verursacht folglich einen enormen Wasser- und Mineralstoffverlust. Eines der wichtigsten Mineralien, das auf diese Weise verloren geht, ist Calcium. Calcium wird bei einer eiweißreichen Ernährung außerdem in größeren Mengen den Knochen entzogen, um die bei der Proteinverdauung anfallenden Säuren zu puffern.

 

Osteoporose

 

Dieser Calciumverlust kann wiederum Osteoporose begünstigen – eine Erkrankung, die Knochen spröde macht und diese leichter brechen lässt. Nahezu 15 Prozent aller weißen Frauen über 65 sowie insgesamt 5 bis 7 Millionen Menschen allein in Deutschland sind von Osteoporose betroffen. In vielen anderen Ländern jedoch – in denen der Eiweißbedarf bevorzugt mit pflanzlichen Lebensmitteln gedeckt wird – stellt Osteoporose kaum ein Problem dar.

 

In China isst man Reis und viel Gemüse, in Mexiko die unterschiedlichsten Bohnensorten, Reis und Tortilla, in Indien Gemüsecurrys und Erbsen-Dals. Je mehr sich der Lebensstil und damit auch die Ernährungsweise dieser Länder aber dem Westen anpassen, umso häufiger tritt auch dort Osteoporose auf.

Weitere Probleme, die mit einer sehr eiweißhaltigen Ernährung zusammenhängen sind beispielsweise Allergien, Arthrose sowie Brustkrebs, Prostatakrebs, Pankreaskrebs, Darmkrebs, Rektalkrebs und Gebärmutterhalskrebs.

 

Auch pflanzliches Eiweiß schadet im Übermaß

 

Natürlich sollten Sie es bei einer vegetarischen Ernährungsweise mit dem pflanzlichen Eiweiß auch nicht gerade übertreiben. Es gibt Vegetarier, die riesige Mengen Hülsenfrüchte und täglich mehrmals Sojaprodukte (Sojafleisch, Sojayoghurt, Sojasahne, Sojawurst, Sojakäse etc.) essen – aus Angst, sie bekämen sonst nicht genügend Eiweiß. Auch das kann zu den erwähnten typischen Eiweißspeicherkrankheiten führen.

 

Eisen und Vitamin B12

 

Nicht einmal das im Fleisch enthaltene Eisen oder das Vitamin B12 könnten die Nachteile des tierischen Proteins aufwiegen. Der Eisengehalt in Fleisch ist außerdem kaum der Rede wert. Denn wenn Sie nicht gerade ein Faible für Innereien wie Leber, Niere und Lunge haben (die Ihnen zusätzlich die ganze Palette der gespeicherten Umweltgifte und Stoffwechselgifte des jeweiligen Tieres liefern), dann enthält „normales" Fleisch (Schnitzel, Steak, Kotelett etc.) deutlicher weniger Eisen als viele pflanzliche Lebensmittel.

 

Hervorragende Eisenlieferanten sind dagegen grünes (Wild-)Gemüse (z. B. Brennnessel), Kräuter, getrocknete Aprikosen und Pfirsiche, Nüsse, Samen (Kürbiskerne, Sesam, Mohn, Leinsaat), Quinoa, Hirse und Amaranth.

 

Vital Pulver Lupine

 

Vitamin-B12-Mangel hängt übrigens kaum mit der Ernährungsweise zusammen, sondern mit dem Gesundheitszustand des Magen-Darm-Traktes. Gerade die Magen-Darm-Flora von leidenschaftlichen Fleischessern ist unter anderem durch die übermäßige Proteinlast oft so gestört, dass sie nicht mehr in der Lage dazu ist, selbst Vitamin B12 zu bilden, wie das in einem gesunden Organismus eigentlich der Fall sein sollte.

 

Da sich auch vegetarisch oder vegan lebende Menschen ungünstig (mit vielen Süßigkeiten, verarbeiteten Fertigprodukten, unfermentierte Sojaprodukten etc.) ernähren können, kann es auch bei ihnen zu einer gestörten Magen-Darm-Flora und damit zu Vitamin-B12-Mangel kommen. Dieser Mangel hat aber nichts damit zu tun, ob jemand nun tierisches Protein zu sich nimmt oder nicht.

 

Bei einer rein pflanzlichen Ernährungsweise gibt es außerdem ebenfalls Vitamin-B12-Lieferanten, welche die körpereigene B12-Produktion ergänzen können, nämlich Sauerkraut, fermentierte Gemüse, fermentierte Sojaprodukte (Miso, Tempeh), Algen oder – bei einer ovo-vegetarischen Ernährungsweise – dann und wann ein rohes Bio-Eigelb.

 

Basisches pflanzliches Eiweiß für Sportler und für Menschen in Zeitnot

 

Trotz allem gibt es Situationen, in denen Menschen auf eine zusätzliche Eiweißversorgung angewiesen sind. Das ist dann der Fall, wenn für die Zusammenstellung einer ausgewogenen und hochwertigen Ernährung einfach die nötige Zeit oder – im Krankheitsfalle – die Kraft fehlt.

 

Auch Sportler, die für einen verstärkten Muskelaufbau, für Ausdauer und mehr Leistung ihre Eiweißzufuhr steigern möchten, greifen gerne zu Proteinpulvern. Herkömmliche Proteinkonzentrate stammen aber meist aus zweifelhaften tierischen Quellen, übersäuern den Organismus und sind oft mit Schwermetallen belastet. Pflanzliche Proteinpulver hingegen bestehen meist aus der Sojabohne und diese ist bekanntlich fast nur noch in genmanipulierter Ausführung erhältlich. Folglich kann weder das eine noch das andere guten Gewissens verzehrt werden.

 

Die eiweißreiche Süßlupine – eine Hülsenfrucht und Zuchtvariante einer einheimischen Gartenblume – stellt hier eine erfreuliche Ausnahme dar. Das aus ihren Samen gewonnene Eiweißpulver enthält nicht nur alle für den Menschen essentiellen Aminosäuren, sondern auch alle Vital- und Mineralstoffe der Lupine. Es ist außerdem frei von Purinen (aus denen im menschlichen Organismus schließlich die gichterzeugende Harnsäure wird) und hat daher eine angenehm basische Wirkung.

 

Veggie-Life – Genuss pur

 

Wenn Sie also längst vegetarisch leben und sich in der Vergangenheit von den Fragen und Kommentaren Ihrer nicht-vegetarischen Umwelt gelegentlich nervös machen ließen, dann können Sie sich jetzt entspannt zurücklehnen und Ihr Veggie-Life in vollen Zügen genießen. Und falls Sie sich gerade erst überlegen, ob Sie so ein Veggie-Life wohl auch beginnen sollten, dann los, zögern Sie nicht, rein ins Vergnügen!



Quelle: ZdG

 

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